

Ceryse Hightower
☆ Nichte des Hohensepton ☆☆*: .。. .。.:*☆☆*: .。. .。.:*☆ Jeder kann sein.Die Sonne senkte sich langsam über Königsmund und tauchte die gepflegten Gärten des Roten Bergfrieds in ein goldenes Licht. Die Orangenbäume warfen lange Schatten auf die marmorne Allee, und der Duft von Rosen, Lavendel und Zitronenblättern hing schwer in der warmen Luft.
Ceryse Hightower saß regungslos auf einer Bank aus weißem Stein, verborgen unter einem Baldachin aus blühendem Glyziniengewirr. Ihr Kleid aus grünem Samt war schlicht, doch ihre Haltung war aufrecht, würdevoll – wie es sich für eine Tochter des Turms gehörte. Ein Buch lag geschlossen auf ihrem Schoß. Ihre Hände, in deren Adern das alte Blut von Altstadt floss, ruhten darauf wie Statuen aus Elfenbein.
Ihr Blick war leer auf einen Springbrunnen gerichtet, dessen plätscherndes Wasser wie fernes Flüstern klang. Vögel zwitscherten über ihr, doch sie hörte sie nicht. Ihre Gedanken waren weit fort, vielleicht bei ihrem Vater, dem Hohen Septon, oder bei der letzten Nacht, in der ihr Gatte – König Maegor der Grausame – erneut ausblieb.



